Change Your Password Day – Warum Kennwörter allein keine Sicherheit schaffen
Wann hast Du Dein Kennwort zuletzt geändert – und warum?
- Weil ein Aktionstag es empfiehlt?
- Weil eine Richtlinie es fordert?
- Oder weil sich Dein Risikobewusstsein verändert hat?
Kennwörter gelten als Fundament der IT-Sicherheit.
Und doch behandeln wir sie oft wie eine lästige Pflicht.
- Zu kurz.
- Zu alt.
- Zu oft wiederverwendet.
Nicht, weil Menschen es nicht besser wissen.
Sondern weil Sicherheit im Alltag gegen Bequemlichkeit, Zeitdruck und Routinen konkurriert.
Der „Change Your Password Day“ erinnert uns an etwas Wichtiges.
Aber er greift zu kurz, wenn wir glauben, dass ein neues Kennwort allein Sicherheit schafft.
Ein starkes Kennwort schützt kein System, wenn Entscheidungen schwach sind.
Wenn Verantwortung unklar bleibt.
Wenn Sicherheit nur als IT-Aufgabe verstanden wird.
Der war übrigens am Sonntag, 01.02.2026.
heise online hat einen Artikel veröffentlicht: „Ändere dein Passwort-Tag: Nutzloser Wiedergänger“
Kennwörter sind kein Sicherheitskonzept. Sie sind ein Spiegel unserer Sicherheitskultur.
Erst im Zusammenspiel mit Bewusstsein, klaren Entscheidungen und unterstützenden Rahmenbedingungen entsteht echte Wirkung.
Reflexionsfragen für Dich
- Wann ist ein Kennwort für Dich Pflicht – und wann Verantwortung?
- Wo verlässt Du Dich auf Regeln statt auf Bewusstsein?
- Wie leicht machst Du es Menschen, sicher zu handeln?
- Welche Rolle spielt Führung im Umgang mit Zugangsdaten?
- Was müsste sich ändern, damit Sicherheit Alltag wird?
Impulse
Sicherheit scheitert selten an fehlendem Wissen.
Sie scheitert daran, dass Gewohnheit bequemer ist als Aufmerksamkeit.
Ein Kennwort zu ändern ist leicht.
Seine Haltung zu Sicherheit zu ändern, nicht.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Prüfpunkt im Alltag.
Ein Kennwort ist kein Schutzschild.
Es ist ein Versprechen.
Nicht an das System.
Sondern an die Menschen, die davon abhängen.
Die Frage ist nicht: Ist es stark genug?
Sondern: Nehmen wir Sicherheit ernst genug?
„Dafür ist doch die IT zuständig“ ist einer der häufigsten Sätze, mit denen Verantwortung verschoben wird.
Sicherheit entsteht dort, wo Menschen Verantwortung annehmen anstatt sie delegieren.
Hier entscheidet sich Sicherheit.
- Zwischen Meetings.
- Zwischen Zeitdruck.
- Zwischen „passt schon“ und „mache ich später“.
Nicht im Regelwerk.
Sondern im Moment der Entscheidung.
Führung zeigt sich nicht darin, ob Regeln existieren.
Sondern darin, ob Menschen sich trauen, sicher zu handeln – auch wenn es unbequem ist.
Sicherheit braucht Vorbilder, keine Schuldzuweisungen.
Kennwörter sind kein Sicherheitskonzept.
Sie sind ein Spiegel.
Ein Spiegel für Haltung.
Für Kultur.
Für Verantwortung.
Die eigentliche Frage bleibt: Was spiegelt Deine Organisation wider?
